Welche Tapete in welchen Raum passt
Für Wände, die später gestrichen werden, gibt es drei gängige Tapeten. Raufaser besteht aus Papier mit eingestreuten Holzfasern. Vlies-Raufaser enthält zusätzlich Textilfasern und ist dadurch reißfester. Glattvlies ist eine glatte, reißfeste Bahn aus Zellstoff und Textilfasern.
Die Wahl hängt vor allem an Ihrer Wand. Je gröber die Struktur, desto besser verdeckt die Tapete kleine Dellen und Risse. Je feiner der Belag, desto glatter muss die Wand darunter sein. Eine glatte Tapete auf einer welligen Wand zeigt jede Unebenheit.
| Tapete | Wie sie geklebt wird | Was die Wand braucht | Später entfernen |
|---|---|---|---|
| Raufaser | Bahn einkleistern, kurz einweichen lassen | fest, kleine Dellen sind kein Problem | einweichen und abziehen |
| Vlies-Raufaser | Wand einkleistern, Bahn trocken anlegen | fest, kleine Dellen sind kein Problem | leicht, meist trocken |
| Glattvlies | Wand einkleistern, Bahn trocken anlegen | glatt gespachtelt | leicht, meist trocken |
Raufaser und weiße Tapeten müssen nach dem Kleben gestrichen werden. Auch im Bad können Sie tapezieren lassen. Ein Hersteller rät nur davon ab, wo Wasser direkt auf die Tapete prasselt, also in der Dusche. Spritzwasser über den Fliesen löst den Kleister nicht.
Wie viele Rollen Tapete Sie brauchen
Die meisten Tapeten kommen als Euro-Rolle. Nach der europäischen Norm hat sie rund 5,33 Quadratmeter, mit 3 Prozent Spielraum, und ist 50 bis 53 Zentimeter breit. Üblich sind 10,05 Meter Länge und 53 Zentimeter Breite. Raufaser gibt es auch in größeren Rollen, für die diese Maße nicht gelten.
- Messen Sie den Umfang des Raums. Ein Zimmer von 4 mal 3 Metern hat 14 Meter Umfang.
- Teilen Sie den Umfang durch die Rollenbreite. 14 Meter geteilt durch 0,53 Meter ergeben 26,4, also 27 Bahnen.
- Rechnen Sie die Länge einer Bahn: Raumhöhe plus 10 Zentimeter zum Abschneiden. Bei 2,50 Metern Höhe sind das 2,60 Meter.
- Teilen Sie die Rollenlänge durch die Bahnlänge und runden Sie ab. 10,05 Meter geteilt durch 2,60 Meter ergeben 3 Bahnen je Rolle.
- Teilen Sie die Bahnen durch die Bahnen je Rolle und runden Sie auf. 27 Bahnen geteilt durch 3 ergeben 9 Rollen.
Fenster und Türen sparen etwas Tapete. Weil Sie über und unter Fenstern trotzdem kurze Stücke brauchen, ist die volle Zahl eine sichere Reserve. Hat die Tapete ein Muster, das sich wiederholen muss, brauchen Sie laut einem Hersteller 1 bis 2 Rollen mehr je Raum. Aus einer Rolle lassen sich dann oft nur 3 statt 4 Bahnen schneiden.
Was die Wand vor dem Tapezieren braucht
Neue Tapete kommt nie auf alte. Ein Hersteller schreibt, dass alte Tapeten grundsätzlich entfernt werden müssen, weil der Kleister sie sonst anlöst und Blasen entstehen. Wie das am besten geht, hängt von der Art der alten Tapete ab, mehr dazu bei alte Tapete überstreichen oder entfernen.
- Die Wand muss fest sein. Lose Farbe, sandender Putz und Kleisterreste kommen weg.
- Löcher und Risse werden gespachtelt und glatt geschliffen.
- Für Raufaser und Vlies reicht die Standardspachtelung Q2. Für glattes Vlies und feine Tapeten nennen die Merkblätter der Gipsindustrie die Stufe Q3.
- Stark saugende Wände wie Gipskarton bekommen einen Tiefgrund oder Tapetengrund. Er darf die Wand aber nicht versiegeln.
- Auf Gipskarton gehört nur Kleister aus reiner Methylcellulose, so verlangt es das Merkblatt der Gipsindustrie.
- Nach dem Einweichen und Abziehen der alten Tapete muss die Wand mindestens 12 Stunden trocknen.
Zu viel Grundierung schadet. Glänzt die Wand danach speckig und perlt Wasser ab, kann sich der Kleister nicht mit ihr verbinden. Der Hersteller rät dann, die Schicht abzuschleifen. Auch Kälte stört, denn unter 10 Grad trocknet die Tapete zu langsam.
So läuft das Tapezieren beim Maler ab
Ein Raum wird in einer festen Reihenfolge tapeziert. Wer die Schritte kennt, sieht im Angebot sofort, ob etwas fehlt.
Vorbereiten
Möbel in die Raummitte, Boden abdecken, Strom abschalten, Schalter und Steckdosen abschrauben.
Erste Bahn anzeichnen
Mit der Wasserwaage eine senkrechte Linie ziehen. Begonnen wird in der Ecke am Fenster, gearbeitet vom Licht weg.
Kleben
Raufaser wird eingekleistert und weicht etwa 10 Minuten. Vlies wird trocken in den Kleister an der Wand gelegt.
Bahnen ansetzen
Jede Bahn stößt genau an die vorige, ohne Überlappung. Oben und unten bleibt ein Rest stehen.
Abschneiden
Die Überstände an Decke und Boden werden abgeschnitten, Schalter und Steckdosen ausgeschnitten.
Trocknen und streichen
Die Tapete trocknet etwa 24 Stunden ohne Zugluft und ohne starkes Heizen. Dann wird gestrichen.
Vlies hat einen Vorteil für den Maler. Weil es nicht einweichen muss, geht das Kleben schneller, auch auf kleinen Flächen. Raufaser braucht die Weichzeit, weil Papier im Kleister aufquillt. Hält der Maler sie nicht ein, dehnt sich die Bahn an der Wand weiter aus, und es entstehen Blasen.
Wie lange eine Tapete an der Wand hält
Eine überstreichbare Tapete hält lange. Ein Bundesinstitut rechnet in seiner Tabelle zur Lebensdauer von Bauteilen mit 25 Jahren für überstreichbare Tapeten. Für Tapeten aus Kunststoff, Textil oder Papier, die nicht überstrichen werden, sind es 18 Jahre.
| Tapete | Erwartete Nutzungsdauer |
|---|---|
| Überstreichbare Tapete, etwa Raufaser oder Vlies | 25 Jahre |
| Tapete aus Kunststoff, Textil oder Papier, nicht überstreichbar | 18 Jahre |
Dazwischen wird gestrichen. Ein Tapetenhersteller nennt einen üblichen Rhythmus von 6 Jahren bis zur nächsten Renovierung. Eine Raufaser verträgt das viele Male. Mit jedem Anstrich wird ihre Struktur aber flacher, und sie lässt etwas weniger Feuchtigkeit durch.
Was Sie klären, bevor Sie einen Tapezierer beauftragen
Ein gutes Angebot zum Tapezieren nennt jeden Schritt. Dann können Sie zwei Angebote vergleichen und sehen, wo Arbeit fehlt. Einen festen Preis je Rolle oder Quadratmeter nennt keine frei zugängliche Quelle. Malerbetriebe rechnen nach Arbeitszeit, und eine Malerstunde kostet 2026 mit Mehrwertsteuer rund 52 bis 97 Euro.
- die Tapete mit Namen und die Zahl der Rollen
- die Fläche je Raum in Quadratmetern
- das Entfernen der alten Tapete und ihre Entsorgung
- das Spachteln, mit der Stufe Q2 oder Q3
- den Tapetengrund, falls nötig
- den Anstrich danach, mit Name der Farbe und Zahl der Anstriche
Für Arbeiten in Ihrer eigenen Wohnung gibt es Geld vom Finanzamt zurück. Das Finanzamt zieht 20 Prozent der Arbeitskosten von der Steuer ab, höchstens 1.200 Euro im Jahr. Dafür brauchen Sie eine Rechnung und müssen auf das Konto des Betriebs überweisen. Was danach mit der Wand passiert, beschreibt der Ablauf beim Innenanstrich vom Maler.
Häufige Fragen
Wie viele Rollen Tapete brauche ich für ein Zimmer?
Für ein Zimmer von 4 mal 3 Metern und 2,50 Metern Höhe brauchen Sie etwa 9 Euro-Rollen. Rechnen Sie den Umfang durch 0,53 Meter, das ergibt die Bahnen. Aus einer Rolle von 10,05 Metern schneiden Sie bei dieser Höhe 3 Bahnen.
Kann man neue Tapete auf alte Tapete kleben?
Nein, alte Tapete muss vor dem Tapezieren ganz herunter. Der Kleister kann die alte Tapete anlösen, und dann bilden sich Blasen. Das schreibt ein Tapetenhersteller ausdrücklich.
Wann kann man nach dem Tapezieren streichen?
Streichen können Sie nach etwa 24 Stunden, also am nächsten Tag. Bis dahin soll die Tapete ohne Zugluft und ohne starkes Heizen trocknen. Raufaser und weiße Tapeten müssen gestrichen werden.
Welche Tapete lässt sich später leicht entfernen?
Vliestapete lässt sich meist trocken Bahn für Bahn abziehen. Raufaser aus Papier muss dagegen eingeweicht werden. Ob eine Tapete trocken abgeht, zeigt ein Symbol auf dem Einleger der Rolle.
Kann man im Badezimmer tapezieren?
Ja, im Badezimmer können Sie tapezieren lassen, nur nicht im direkten Duschbereich. Prasselt Wasser auf die Tapete, löst sich der Kleister. Spritzwasser über den Fliesen schadet der Tapete laut Hersteller nicht.
