So läuft ein Innenanstrich vom Maler ab
Ein guter Innenanstrich beginnt nicht mit der Farbrolle. Zuerst schützt der Maler Boden, Möbel und Fenster. Dann prüft er, ob die Wand fest ist und wie stark sie saugt. Erst danach entscheidet er, ob er ausbessert, grundiert und wie oft er streicht.
Abdecken
Der Maler deckt Boden, Möbel, Türen und Fenster ab und klebt Kanten ab. Schalter und Steckdosen schraubt er ab.
Wand prüfen
Er prüft, ob die alte Farbe fest sitzt, abfärbt oder Flecken hat und wie stark die Wand saugt.
Ausbessern
Löcher, Risse und lose Stellen werden gefüllt und glatt geschliffen.
Grundieren
Saugt die Wand ungleich oder sandet sie, kommt ein Grundanstrich darauf. Flecken bekommen einen Sperrgrund.
Streichen
Ein oder zwei Anstriche, je nach Farbton und Untergrund. Dazwischen trocknet die Farbe einige Stunden.
Wie viele Stunden das insgesamt dauert und was es kostet, hängt an diesen Schritten. Je mehr Vorarbeit eine Wand braucht, desto länger arbeitet der Maler, bevor die erste Farbe an der Wand ist.
Was der Maler vor dem Streichen an der Wand prüft
Die Prüfung dauert wenige Minuten, entscheidet aber, ob der neue Anstrich hält. Ein Tapetenhersteller beschreibt zwei einfache Proben, die auch Sie selbst machen können.
- Wischprobe: Fahren Sie mit der Hand über die Wand. Bleibt weiße Farbe an der Hand, kreidet der alte Anstrich. Darauf hält neue Farbe nicht, er muss erst gründlich abgewaschen werden.
- Wasserprobe: Spritzen Sie etwas Leitungswasser an die Wand. Wird die Stelle stark dunkel, saugt die Wand zu sehr. Perlt das Wasser ab, saugt sie zu wenig. Beides verlangt eine Vorbehandlung.
- Festigkeit: Blättert alte Farbe ab oder hängt Tapete lose, muss das weg. Ein Farbenhersteller verlangt, nicht tragfähige Anstriche zu entfernen.
- Flecken: Wasserflecken, Nikotin oder Ruß schlagen durch normale Wandfarbe durch. Der Maler reinigt sie und streicht einen Sperrgrund darüber.
Frischer Putz braucht Zeit. Das Merkblatt einer Trockenbaufarbe verlangt, dass neuer Putz mindestens vier Wochen durchgetrocknet ist, bevor gestrichen wird. Ist die Wand feucht oder hat sie Schimmel, kommt zuerst die Ursache weg. Farbe allein löst das nicht.
Wann eine Grundierung vor dem Anstrich nötig ist
Nicht jede Wand braucht eine Grundierung. Ein fester Putz, der normal saugt, wird laut Merkblatt eines Farbenherstellers direkt gestrichen. Dasselbe gilt für eine ungestrichene Raufaser. Eine Grundierung braucht die Wand, wenn sie zu stark, zu wenig oder ungleich saugt.
| Wand | Was der Maler vorher macht |
|---|---|
| Fester Putz, saugt normal | Keine Vorbehandlung, direkt streichen |
| Sandender oder stark saugender Putz | Grundanstrich, der die Oberfläche festigt |
| Gipskarton | Spachtelgrate abschleifen, dann Grundanstrich |
| Glänzender Altanstrich oder Lack | Anschleifen, dann Haftgrund |
| Ungestrichene Raufaser | Keine Vorbehandlung |
| Lose Tapete | Ganz entfernen, Kleisterreste abwaschen, Grundanstrich |
| Wasser-, Nikotin- oder Rußflecken | Reinigen, dann Sperrgrund |
Eine Grundierung ist kein Extra, das der Maler aufschlägt, um mehr zu verdienen. Auf Gipskarton oder frisch gespachtelten Stellen sorgt sie dafür, dass die Farbe überall gleich deckt. Fehlt sie, sieht man die Spachtelstellen später als matte oder helle Flecken. Wie glatt eine gespachtelte Wand werden soll, regeln die Stufen Q1 bis Q4.
Wie oft der Maler streicht und wie lange es trocknet
Ein oder zwei Anstriche sind die Regel. Das Merkblatt einer Trockenbaufarbe nennt 1 bis 2 Anstriche. Ein zweiter wird nötig, wenn Sie den Farbton deutlich wechseln, eine kräftige Farbe wählen oder die Wand fleckig ist. Für Rot, Orange und Gelb empfiehlt ein Hersteller einen eigenen Grundanstrich, und selbst dann kann ein zweiter Deckanstrich nötig sein.
Die Deckkraftklasse auf dem Farbeimer gilt nur für die Farbmenge, die der Hersteller angibt. Wichtig ist auch, wie der Maler streicht. Er streicht Ecken und Kanten mit dem Pinsel vor und rollt die Fläche sofort danach, solange die Kanten noch nass sind. So entstehen keine Ansätze.
Zwischen zwei Anstrichen muss die Farbe trocknen. Bei 20 Grad und normaler Luftfeuchte ist eine Dispersionsfarbe laut Hersteller nach 4 bis 6 Stunden überstreichbar. Voll belastbar ist der Anstrich nach etwa drei Tagen. Stellen Sie Schränke erst dann wieder dicht an die Wand.
Die Kälte setzt eine Grenze. Eine Dispersionsfarbe darf ab 5 Grad gestrichen werden, eine Silikatfarbe erst ab 8 Grad. Beide sind nach 4 bis 6 Stunden überstreichbar und nach etwa 3 Tagen belastbar.
| Angabe | Dispersionsfarbe | Silikatfarbe |
|---|---|---|
| Kälteste Temperatur beim Streichen | 5 Grad | 8 Grad |
| Überstreichbar nach | 4 bis 6 Stunden | 4 bis 6 Stunden |
| Voll belastbar nach | etwa 3 Tagen | etwa 3 Tagen |
Die Trockenzeiten gelten bei 20 Grad. Ist es kälter oder feuchter, dauert das Trocknen länger. Im Winter in einem ungeheizten Altbau kann das den Termin verschieben.
Welche Farbe der Maler innen verwendet
Für die meisten Wände nimmt der Maler eine Dispersionsfarbe. Sie haftet auf fast allen Untergründen, auch auf alter Farbe und Tapete. Eine Silikatfarbe passt auf mineralischen Putz und lässt Feuchtigkeit gut durch, braucht aber den passenden Untergrund.
Wie lange ein Anstrich hält, hängt auch davon ab, wie gut die Farbe Abwischen verträgt. Das zeigt die Nassabriebklasse auf dem Eimer. Ein Bundesinstitut rechnet in seiner Tabelle zur Lebensdauer von Bauteilen mit 20 Jahren für Klasse 1, 15 Jahren für Klasse 2 und 10 Jahren für Klasse 3 und schlechter.
| Nassabriebklasse | Erwartete Nutzungsdauer | Passt für |
|---|---|---|
| Klasse 1 | 20 Jahre | Flur, Küche, Treppenhaus |
| Klasse 2 | 15 Jahre | Bad, Kinderzimmer |
| Klasse 3 und schlechter | 10 Jahre | Schlafzimmer, Decken |
Diese Werte sind Planwerte für die Bewertung von Gebäuden. Sie versprechen nicht, dass Ihre Wand so lange schön bleibt. Sie zeigen aber, dass sich eine robuste Farbe in stark genutzten Räumen lohnt.
Was im Angebot für den Innenanstrich stehen sollte
Ein gutes Angebot nennt jeden Schritt einzeln. Dann sehen Sie, was der Maler an Ihrer Wand macht, und können zwei Angebote vergleichen. Fehlt in einem Angebot die Grundierung, ist es nicht günstiger, sondern unvollständig.
- die Fläche je Raum in Quadratmetern, Wände und Decke getrennt
- die Vorarbeiten, etwa Löcher füllen, alte Farbe abwaschen oder Tapete entfernen
- die Grundierung mit Namen, falls nötig
- die Zahl der Anstriche
- den Namen der Farbe, damit Sie das Merkblatt selbst lesen können
- die Stufe der Spachtelung, falls Wände geglättet werden
Manche Arbeiten gehören laut Fachnorm für Malerarbeiten schon zum Auftrag, ohne dass sie extra im Angebot stehen müssen. Dazu zählen das lose Abdecken, das Abschrauben von bis zu fünf einfachen Schalterabdeckungen je Raum und das Ausbessern einzelner kleiner Schäden.
Häufige Fragen
Muss eine Wand vor dem Streichen immer grundiert werden?
Nein, eine Grundierung braucht nur eine Wand, die zu stark, zu wenig oder ungleich saugt. Fester Putz und ungestrichene Raufaser werden laut Merkblatt eines Farbenherstellers direkt gestrichen. Gipskarton, sandender Putz und frisch gespachtelte Stellen bekommen dagegen einen Grundanstrich.
Wie lange muss Wandfarbe zwischen zwei Anstrichen trocknen?
Wandfarbe muss bei 20 Grad zwischen zwei Anstrichen 4 bis 6 Stunden trocknen. Das nennen die Merkblätter einer Dispersionsfarbe und einer Silikatfarbe. Bei Kälte oder hoher Luftfeuchte dauert es länger.
Wann kann ich nach dem Streichen Möbel wieder an die Wand stellen?
Möbel stellen Sie nach etwa drei Tagen wieder dicht an die frisch gestrichene Wand. Dann ist der Anstrich laut Herstellerangabe voll belastbar. Vorher kann die Farbe an Schränken kleben oder Druckstellen bekommen.
Bei welcher Temperatur darf der Maler innen streichen?
Innen darf der Maler eine Dispersionsfarbe ab 5 Grad streichen, eine Silikatfarbe ab 8 Grad. Das gilt für die Luft und für die Wand. In einem ungeheizten Raum im Winter muss deshalb vorher geheizt werden.
Warum sieht man eine ausgebesserte Stelle an der Wand?
Eine ausgebesserte Stelle zeichnet sich oft ab, weil die neue Farbe anders trocknet als die alte Fläche. Ein Farbenhersteller nennt das unvermeidbar. Lassen Sie deshalb die ganze Wand von Ecke zu Ecke streichen statt nur den Fleck.
