Warum gerade das Badezimmer schimmelt
Im Bad entsteht in kurzer Zeit viel Feuchte. Kochen und Duschen bringen laut Umweltbundesamt je Person 270 Gramm Wasser am Tag in die Raumluft. Nach dem Duschen ist die Luft gesättigt, und an kalten Stellen wie Außenwand, Fensterlaibung oder Decke schlägt sich Wasser nieder. Bleibt die Oberfläche lange feucht, wächst Schimmel.
Die Farbe allein entscheidet deshalb nicht. Sie kann helfen, dass Feuchtespitzen besser verkraftet werden und dass Schimmel schlechter wächst. Die Feuchte muss aber trotzdem durch Lüften aus dem Bad.
Welche Wandfarbe ins Badezimmer gehört
Wände im Bad werden oft abgewischt. Achten Sie deshalb auf die Nassabriebklasse auf dem Eimer. Sie reicht von Klasse 1 bis 5, Klasse 1 verträgt das meiste Abwischen. Klasse 2 entspricht laut Merkblatt einer Wandfarbe dem früheren Begriff scheuerbeständig. Für das Bad sind Klasse 1 oder 2 deshalb eine gute Wahl.
Gegen Schimmel hilft eine mineralische Farbe. Silikatfarbe macht die Oberfläche stark alkalisch, und über einem pH-Wert von 11 wachsen Schimmelpilze laut Umweltbundesamt kaum noch. Ein Hersteller schreibt für seine Silikat-Innenfarbe, dass ihr hoher pH-Wert das Risiko für Schimmel auf der Oberfläche senkt. Reine Kalkfarbe wirkt ähnlich, verträgt aber oft kein Abwischen.
Auch wie viel Feuchte eine Wand kurzzeitig aufnehmen kann, spielt eine Rolle. Das Umweltbundesamt beschreibt, dass Wände Feuchtespitzen puffern können und dass das von der Art des Anstrichs abhängt, offen oder versiegelnd. Puffert die Wand eine Spitze, die sonst an ihr kondensiert wäre, kann das Schimmel vorbeugen.
| Angabe auf dem Eimer | Was sie bedeutet | Fürs Bad |
|---|---|---|
| Nassabriebklasse 1 | Verträgt das meiste feuchte Abwischen | Gut geeignet |
| Nassabriebklasse 2 | Entspricht dem früheren scheuerbeständig | Gut geeignet |
| Nassabriebklasse 3 bis 5 | Verträgt weniger Abwischen | Eher für trockene Räume |
Anti-Schimmel-Farbe im Badezimmer
Viele greifen im Bad zu einer Anti-Schimmel-Farbe. Das Umweltbundesamt hält Wirkstoffe in Wandfarben in Wohnräumen aber nicht für sinnvoll, und das Bad gehört zur Wohnung. Die Verbraucherzentrale warnt, dass manche Wirkstoffe Kontaktallergien auslösen können. Warum eine mineralische Farbe die bessere Wahl ist, steht im Ratgeber zur Anti-Schimmel-Farbe.
So lüften Sie das Badezimmer richtig
Lüften ist im Bad wichtiger als jede Farbe. Das Umweltbundesamt rät, die feuchte Luft nach dem Duschen so schnell wie möglich ins Freie zu bringen. Öffnen Sie das Fenster ganz und schließen Sie die Badtür, sonst zieht die feuchte Luft in kühlere Zimmer und schlägt sich dort nieder.
- Lüften Sie sofort nach dem Duschen oder Baden mit ganz geöffnetem Fenster.
- Halten Sie die Badtür dabei geschlossen.
- Ziehen Sie das Wasser nach dem Duschen mit einem Abzieher von Fliesen und Glas.
- Prüfen Sie im fensterlosen Bad den Lüfter: Ein Blatt Toilettenpapier muss am Gitter angesaugt werden und hängen bleiben.
- Hält das Papier nicht, reinigen oder tauschen Sie den Filter. Hilft das nicht, muss eine Fachfirma den Lüfter prüfen.
- Verschließen Sie den Auslass des Lüfters nie und schalten Sie ihn nicht ab.
- Trocknen Sie feuchte Handtücher nicht im geschlossenen Bad, ohne danach zu lüften.
Die Verbraucherzentrale nennt mehr als 60 Prozent Luftfeuchte im Raum als dauerhaft schimmelfördernd. Nach dem Duschen ist das normal. Wichtig ist, dass die Feuchte danach schnell wieder sinkt.
Was der Maler im Bad vor dem Streichen macht
Hat das Bad schon Schimmel, kommt dieser zuerst weg, und die Ursache wird geklärt. Erst auf einer trockenen, sauberen Wand hält der neue Anstrich. Ist die Fläche größer als ein halber Quadratmeter, soll laut Umweltbundesamt eine Fachfirma sanieren. Was dabei gilt, erklärt der Überblick, ob man Schimmel an der Wand überstreichen darf.
Will der Maler auf eine alte Dispersionsfarbe eine Silikatfarbe streichen, prüft er den Untergrund. Ein Hersteller nennt dafür eine Vorbehandlung, und das Umweltbundesamt rät, immer zu klären, ob der Untergrund für die Farbe geeignet ist. Lassen Sie sich im Angebot den Namen der Farbe, die Nassabriebklasse und die Vorarbeiten nennen.
Häufige Fragen
Welche Farbe ist die beste fürs Badezimmer?
Fürs Badezimmer eignet sich eine Wandfarbe der Nassabriebklasse 1 oder 2, weil sie feuchtes Abwischen gut verträgt. Gegen Schimmel hilft eine mineralische Farbe wie Silikatfarbe. Entscheidend bleibt das Lüften nach dem Duschen.
Brauche ich im Bad eine spezielle Anti-Schimmel-Farbe?
Nein, im Bad brauchen Sie keine Anti-Schimmel-Farbe. Das Umweltbundesamt hält Wirkstoffe in Wandfarben in Wohnräumen nicht für sinnvoll, und manche können Allergien auslösen. Eine mineralische Farbe und gutes Lüften helfen besser.
Was bedeutet Nassabriebklasse auf dem Farbeimer?
Die Nassabriebklasse auf dem Farbeimer sagt, wie gut die Wandfarbe feuchtes Abwischen verträgt. Es gibt die Klassen 1 bis 5, Klasse 1 verträgt am meisten. Fürs Bad und die Küche sind Klasse 1 oder 2 eine gute Wahl.
Wie lüfte ich ein Bad ohne Fenster richtig?
Ein Bad ohne Fenster lüften Sie über den elektrischen Lüfter. Prüfen Sie ihn mit einem Blatt Toilettenpapier, das am Gitter angesaugt werden muss. Hält es nicht, reinigen Sie den Filter oder lassen den Lüfter prüfen.
Kann ich Silikatfarbe im Bad auf alte Dispersionsfarbe streichen?
Silikatfarbe auf alter Dispersionsfarbe im Bad hält oft nur mit einer Vorbehandlung. Lassen Sie den Maler prüfen, ob der Untergrund geeignet ist. Das rät auch das Umweltbundesamt.
