Erst die Ursache, dann der Anstrich
Ein Wasserfleck an der Decke zeigt, dass Wasser in die Decke gelaufen ist, etwa aus einem Rohr, einer Waschmaschine oder durch das Dach. Solange Wasser nachläuft, bringt Farbe nichts. Die Verbraucherzentrale rät bei einem Leitungsschaden, sofort das Wasser abzustellen und nasse Bauteile schnell und fachgerecht trocknen zu lassen.
In einer Mietwohnung melden Sie den Schaden sofort dem Vermieter oder der Hausverwaltung, am besten schriftlich und mit Fotos. Die Reparatur der Leitung und das Trocknen der Decke sind nicht Sache des Malers. Er kommt erst, wenn die Decke trocken ist.
Wann die Decke trocken genug zum Streichen ist
Die Merkblätter von Wandfarben und Isolierfarben verlangen einen trockenen Untergrund. Das Merkblatt einer Isolierfarbe nennt fest, trocken, sauber und tragfähig als Bedingung. Wie lange eine Decke nach einem Wasserschaden trocknen muss, hängt davon ab, wie viel Wasser hineingelaufen ist und woraus die Decke besteht.
Einer Decke sieht man nicht an, ob sie innen noch feucht ist. Der Fleck kann außen trocken wirken, während der Putz darunter noch nass ist. Lassen Sie die Feuchte messen, etwa von dem Betrieb, der die Trocknung übernimmt, und lassen Sie sich die Werte geben. Streicht der Maler zu früh, kann der Fleck durchschlagen oder die Farbe sich lösen.
Auch die Temperatur zählt. Eine Isolierfarbe darf laut Merkblatt nicht unter 5 Grad verarbeitet werden, eine normale Wandfarbe nicht unter 8 Grad. In einer kalten, ungeheizten Wohnung nach einem Schaden muss deshalb erst wieder geheizt werden.
Warum Wasserflecken durch normale Farbe schlagen
Die Stoffe, die einen Wasserfleck färben, lösen sich in Wasser. Eine normale Wandfarbe enthält Wasser. Sie kann die Stoffe beim Streichen anlösen, und dann erscheint der gelbe Rand nach dem Trocknen wieder an der Oberfläche.
Das Merkblatt einer Wandfarbe empfiehlt deshalb, Untergründe mit wasserlöslichen, verfärbenden Stoffen vorher mit einem Isolier-Sperrgrund zu behandeln. Isolierfarben sind ausdrücklich für Wasserflecken, Nikotin, Ruß und ähnliche schwierige Untergründe gemacht.
Isolierfarbe oder Sperrgrund für Wasserflecken
Für Wasserflecken gibt es zwei Wege. Ein Sperrgrund ist eine Grundierung, die den Fleck absperrt. Darauf kommt danach die normale Wandfarbe. Eine Isolierfarbe sperrt ab und deckt zugleich, sie kann deshalb auch allein reichen. Die Isolierfarbe eines Herstellers erreicht zum Beispiel Nassabriebklasse 2 und Deckkraftklasse 2.
Viele Isolierfarben enthalten Lösemittel. Das Merkblatt einer solchen Farbe warnt, dass es bei großflächiger Verarbeitung innen zu Geruch und Belastung durch Lösemittel kommen kann. Lüften Sie deshalb gut und halten Sie sich nicht im frisch gestrichenen Raum auf. Ganz durchgetrocknet ist diese Farbe nach 3 bis 4 Tagen, überstreichbar bei 20 Grad nach rund 12 Stunden.
| Weg | Was er macht | Darauf achten |
|---|---|---|
| Sperrgrund, dann Wandfarbe | Grundierung sperrt den Fleck ab, normale Farbe deckt | Zwei Arbeitsgänge, Trockenzeit dazwischen einhalten |
| Isolierfarbe | Sperrt ab und deckt in einem Produkt | Oft lösemittelhaltig, gut lüften, rund 12 Stunden bis zum nächsten Anstrich |
Lassen Sie die ganze Decke streichen und nicht nur den Fleck. Ein einzelnes Rechteck aus frischer Farbe fällt sonst neben der alten Farbe auf.
Ausblühungen und Risse vor dem Anstrich entfernen
Manchmal bleiben nach einem Wasserschaden weiße, krümelige Stellen zurück. Das sind Ausblühungen, also Salze, die das Wasser aus dem Putz an die Oberfläche getragen hat. Der Untergrund für die Isolierfarbe muss laut Merkblatt frei davon sein. Der Maler entfernt sie deshalb vorher, ebenso lose Putzstellen und abblätternde Farbe.
Bei Decken aus Gipskarton ist Vorsicht geboten. Die Spachtelmasse zwischen den Platten ist besonders feuchteempfindlich und kann Blasen werfen oder sich lösen. Ein Hersteller rät hier zu guter Lüftung und Wärme, damit alles schnell trocknet.
Stoppen
Wasser abstellen, Ursache reparieren lassen, als Mieter den Vermieter informieren.
Trocknen
Decke fachgerecht trocknen lassen, Feuchte messen und Werte aufheben.
Prüfen
Auf Schimmel achten, über einem halben Quadratmeter zuerst eine Fachfirma holen.
Vorbereiten
Ausblühungen, lose Teile und abblätternde Farbe entfernen.
Absperren
Isolierfarbe oder Sperrgrund auftragen und trocknen lassen.
Streichen
Ganze Decke mit Wandfarbe streichen, damit kein Rand bleibt.
Häufige Fragen
Kann ich Wasserflecken an der Decke einfach überstreichen?
Nein, Wasserflecken an der Decke schlagen durch normale Wandfarbe wieder durch. Streichen Sie zuerst eine Isolierfarbe oder einen Sperrgrund. Vorher muss die Ursache behoben und die Decke ganz trocken sein.
Welche Farbe deckt Wasserflecken ab?
Wasserflecken deckt eine Isolierfarbe ab, die für Wasserflecken, Nikotin und Ruß gemacht ist. Alternativ streichen Sie einen Sperrgrund und danach normale Wandfarbe. Viele Isolierfarben enthalten Lösemittel, lüften Sie deshalb gut.
Wie lange muss die Decke nach einem Wasserschaden trocknen?
Wie lange eine Decke nach einem Wasserschaden trocknen muss, hängt von der Wassermenge und vom Material ab. Eine feste Zeit gibt es nicht. Lassen Sie die Feuchte messen, bevor der Maler streicht.
Wie lange muss Isolierfarbe trocknen?
Eine lösemittelhaltige Isolierfarbe ist laut Herstellermerkblatt bei 20 Grad und normaler Luftfeuchte nach rund 12 Stunden überstreichbar. Ganz durchgetrocknet ist sie nach 3 bis 4 Tagen. Bei Kälte und hoher Luftfeuchte dauert es länger.
Wer zahlt das Streichen nach einem Wasserschaden in der Mietwohnung?
Kommt der Wasserschaden aus Leitungen oder vom Dach und haben Sie ihn nicht selbst verursacht, kümmert sich in der Regel der Vermieter um Reparatur und Wiederherstellung. Er muss die Wohnung in gutem Zustand halten. Melden Sie den Schaden sofort schriftlich. Bei Streit hilft der Mieterverein.
