Warum immer dieselbe Ecke schimmelt
In einer Außenecke fließt mehr Wärme nach draußen als in der Mitte der Wand. Fachleute nennen eine solche Stelle Wärmebrücke. Die Wand ist dort innen kälter, und an kalten Flächen steigt die Feuchte. Ab 80 Prozent Feuchte an der Oberfläche finden viele Schimmelpilze gute Bedingungen, schreibt das Umweltbundesamt.
Die Feuchte stammt aus dem Alltag. Ein Mensch gibt bei leichter Tätigkeit 30 bis 40 Gramm Wasser in der Stunde ab. Kochen und Duschen bringen je Person 270 Gramm am Tag in die Luft, geschleuderte Wäsche beim Trocknen 50 bis 200 Gramm in der Stunde. Tropfnasse Wäsche bringt sogar 100 bis 500 Gramm in der Stunde.
| Quelle | Wasser in die Luft |
|---|---|
| Mensch bei leichter Tätigkeit | 30 bis 40 Gramm je Stunde |
| Wäsche trocknen, geschleudert | 50 bis 200 Gramm je Stunde |
| Wäsche trocknen, tropfnass | 100 bis 500 Gramm je Stunde |
| Kochen und Duschen | 270 Gramm je Person und Tag |
| Zimmerpflanzen | 1 bis 5 Gramm je Stunde |
Steht ein Schrank vor der Ecke, wird es schlimmer. Dahinter kommt kaum warme Luft an die Wand, sie kühlt weiter aus. Stellen Sie Möbel deshalb mit etwas Abstand vor Außenwände.
So erkennen Sie eine kalte Zimmerecke
Typisch ist Schimmel, der in einer Außenecke beginnt, oft unten am Boden oder oben an der Decke, und der nach dem Abwischen an derselben Stelle wiederkommt. Auch Fensterlaibungen sind häufig betroffen, weil die Wand dort dünner ist und schneller auskühlt. Ein scharf begrenzter Fleck mitten in der Wand spricht dagegen eher für Wasser aus einer Leitung oder von außen.
Ob es wirklich an der kalten Wand liegt, klären im Zweifel Fachleute, etwa eine Bausachverständige oder eine Fachfirma für Schimmel. Die Ursache entscheidet, welche Lösung hilft. Was Sie bis dahin tun dürfen und ab wann eine Fachfirma ran muss, steht im Überblick, ob man Schimmel an der Wand überstreichen darf.
Was Klimaplatten sind und wie sie gegen Schimmel wirken
Klimaplatten sind Platten aus Kalziumsilikat, einem mineralischen Baustoff. Der Maler klebt sie innen auf die kalte Wand. Das Umweltbundesamt nennt sie als gut geeignete Innendämmung, weil sie Wasserdampf durchlassen und Feuchte in sich aufnehmen und verteilen können. Fachleute sagen dazu kapillaraktiv.
Drei Dinge wirken zusammen. Die Platte hält die Oberfläche etwas wärmer, sodass sich weniger Feuchte niederschlägt. Sie puffert Feuchtespitzen, etwa nach dem Kochen. Und sie ist stark alkalisch, deshalb kann Schimmel auf ihr deutlich schlechter wachsen.
Was der Maler beim Anbringen beachten muss
Klimaplatten wirken nur, wenn sie richtig sitzen. Das Umweltbundesamt warnt vor Luft hinter der Dämmung. Gelangt warme Raumluft hinter die Platte, kühlt sie an der kalten Wand ab, und dort wird es feucht. Die Platten müssen deshalb vollflächig angeklebt werden, ohne Hohlräume.
- Schimmel, alte Tapeten, alte Anstriche und Gipsputz kommen vorher vollständig von der Wand.
- Saugende Wände werden vorher grundiert.
- Die Platten werden vollflächig verklebt, die Fugen sind höchstens 2 Millimeter breit, Kreuzfugen gibt es nicht.
- Unten bleibt eine Fuge von etwa 5 Millimetern zum Boden.
- Bei Raumhöhen über 2,80 Metern und an Decken werden die Platten zusätzlich gedübelt.
- Die Fensterlaibung bekommt eigene, dünnere Platten, sonst kühlt sie weiter aus.
- Gestrichen wird nur mit einer Farbe, die Wasserdampf durchlässt, etwa Silikatfarbe. Latexfarbe ist verboten.
Der Kleber braucht laut Montageanleitung rund 24 Stunden zum Trocknen, bevor gespachtelt wird. Danach folgen Spachtel und Anstrich. Fragen Sie den Maler, nach wessen Anleitung er arbeitet, und lassen Sie sich die Farbe nennen.
Wer die Klimaplatten in der Mietwohnung bezahlt
In einer Mietwohnung ist eine Innendämmung eine bauliche Änderung. Sprechen Sie sie deshalb immer mit dem Vermieter ab. Ob er sie bezahlen muss, hängt vom Einzelfall ab.
Eine Grenze hat der Bundesgerichtshof 2018 gezogen. Entspricht ein Haus den Bauvorschriften seines Baujahres, sind kalte Stellen in der Außenwand kein Mangel der Wohnung. In diesem Fall müssen Mieter vor allem richtig lüften und heizen. Zweimal täglich 15 Minuten Stoßlüften hält das Gericht für zumutbar. Lassen Sie sich bei Streit vom Mieterverein beraten.
Häufige Fragen
Warum schimmelt immer dieselbe Ecke im Zimmer?
Immer dieselbe Zimmerecke schimmelt meist, weil die Wand dort kälter ist als der Rest. An der kalten Fläche steigt die Feuchte, und ab 80 Prozent an der Oberfläche wächst Schimmel. Möbel vor der Ecke verstärken das.
Helfen Klimaplatten gegen Schimmel?
Ja, Klimaplatten aus Kalziumsilikat helfen gegen Schimmel, wenn die Feuchte aus der Raumluft kommt. Sie halten die Wand wärmer, nehmen Feuchte auf und sind stark alkalisch. Bei Wasser von außen oder aufsteigender Feuchte helfen sie nicht.
Welche Farbe darf auf Klimaplatten?
Auf Klimaplatten darf nur eine Farbe, die Wasserdampf durchlässt, etwa Silikatfarbe. Latexfarbe und andere dichte Farben sind laut Montageanleitung verboten. Sonst können die Platten keine Feuchte mehr aufnehmen und abgeben.
Kann ich Klimaplatten selbst anbringen?
Klimaplatten selbst anzubringen ist möglich, aber anspruchsvoll. Sie müssen vollflächig ohne Hohlräume kleben, sonst bildet sich dahinter Feuchte. Bei Schimmel über einem halben Quadratmeter soll ohnehin zuerst eine Fachfirma sanieren.
Muss der Vermieter Klimaplatten gegen Schimmel bezahlen?
Ob der Vermieter Klimaplatten bezahlen muss, hängt vom Einzelfall ab. Entspricht das Haus den Bauvorschriften seines Baujahres, sind kalte Wände laut Bundesgerichtshof kein Mangel. Sprechen Sie jede Innendämmung vorher mit dem Vermieter ab.
