Eine Malerstunde kostet 43,57 bis 81,84 Euro ohne Steuer
Der Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz ist der Verband der Malerbetriebe. Er hat im Juni 2026 vorgerechnet, was eine Arbeitsstunde einen Betrieb kostet. Heraus kam eine Spanne von 43,57 bis 81,84 Euro ohne Mehrwertsteuer. Wo ein Betrieb in dieser Spanne liegt, hängt vor allem davon ab, wie viel er seinen Gesellen zahlt.
Als Privatkunde zahlen Sie 19 Prozent Mehrwertsteuer dazu. Damit kostet Sie eine Malerstunde rund 52 bis 97 Euro. Im Angebot heißt dieser Preis oft Stundenverrechnungssatz. Gemeint ist immer der Betrag, den der Betrieb Ihnen für eine Stunde Arbeit eines Gesellen berechnet.
Der Verband rechnet dabei mit 1.582 Stunden, die ein Geselle im Jahr wirklich beim Kunden arbeitet. Bezahlt wird er für rund 1.950 Stunden. Urlaub, Krankheit, Feiertage, Fahrten, Ausmessen und Angebote schreiben fallen heraus. Diese Stunden muss der Betrieb trotzdem bezahlen, deshalb verteilt er ihre Kosten auf die Stunden, die er Ihnen berechnen kann.
Warum der Stundensatz viel höher ist als der Lohn
Vom Stundensatz bekommt der Maler selbst nur einen kleinen Teil. Die Handwerkskammer Region Stuttgart rechnet das an einem Beispiel vor. Der Geselle verdient 22,00 Euro brutto in der Stunde. Mit allen Kosten des Betriebs werden daraus 70,97 Euro ohne Steuer und 84,45 Euro auf Ihrer Rechnung. Die größten Posten neben dem Lohn sind 26,97 Euro für Werkstatt, Fahrzeuge und Büro und 18,45 Euro für Sozialversicherung, Urlaub und Lohnfortzahlung.
| Teil des Preises | Betrag je Stunde | Wofür das Geld ist |
|---|---|---|
| Lohn des Gesellen | 22,00 Euro | Sein Bruttolohn, bevor er selbst Steuern und Abgaben zahlt |
| Kosten rund um den Lohn | 18,45 Euro | Sozialversicherung, Berufsgenossenschaft, Urlaub, Feiertage, Lohn bei Krankheit |
| Kosten des Betriebs | 26,97 Euro | Werkstatt, Fahrzeuge, Gerüst, Versicherung, Büro, Angebote, Fortbildung |
| Gewinn | 3,55 Euro | Was im Betrieb bleibt, für Rücklagen und neue Geräte |
| Preis ohne Steuer | 70,97 Euro | Das steht als Stundensatz im Angebot |
| Mehrwertsteuer 19 Prozent | 13,48 Euro | Geht an das Finanzamt, nicht an den Betrieb |
| Preis mit Steuer | 84,45 Euro | Das zahlen Sie als Privatkunde |
Wie viel ein Maler mindestens verdienen muss, regelt eine eigene Verordnung für das Handwerk. Seit dem 1. Juli 2026 sind es für gelernte Gesellen 16,13 Euro brutto in der Stunde. Ungelernte Helfer bekommen mindestens den gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro, ab 2027 dann 14,60 Euro. Betriebe mit Tarifvertrag zahlen mehr, im Westen seit Juni 2026 einen Grundlohn von 20,00 Euro.
Liegt ein Angebot weit unter diesen Zahlen, rechnet der Betrieb oft mit unbezahlter Mehrarbeit oder mit Schwarzarbeit. Beides kann am Ende Sie treffen, etwa wenn der Betrieb mitten im Auftrag aufgibt.
Warum es keinen festen Preis pro Quadratmeter gibt
Für Malerarbeiten gibt es keine Gebührenordnung und keine amtliche Preisliste. Auch die Handwerkskammern veröffentlichen keine Quadratmeterpreise. Die Preise, die Sie im Internet finden, stammen meist von Vermittlungsportalen und beruhen auf deren eigenen Aufträgen. Als grobe Richtung taugen sie, als Maßstab für Ihr Angebot nicht.
Ob ein Quadratmeter teuer wird, entscheidet Ihre Wand. Muss die alte Tapete runter, sind Risse zu spachteln oder ist die Decke 3,50 Meter hoch, braucht der Maler deutlich länger. Ein glatter, sauberer Anstrich auf einer gestrichenen Raufaser geht dagegen schnell.
Sicher ist, dass die Preise steigen. Das Statistische Bundesamt meldet für Arbeiten zur Instandhaltung von Wohnhäusern im Mai 2026 ein Plus von 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Sein Preisindex für Schönheitsreparaturen in Wohnungen lag im zweiten Quartal 2026 bei 144,0 Punkten, gemessen an 100 Punkten im Jahr 2021. Dieselbe Arbeit kostet also gut 40 Prozent mehr als fünf Jahre zuvor.
Mit dem Stundensatz und Ihren Flächen können Sie trotzdem abschätzen, was das Streichen Ihrer Wohnung kostet. Entscheidend ist, wie viele Stunden die Vorarbeiten brauchen.
So vergleichen Sie Angebote von Malerbetrieben
Ihren Preis bekommen Sie nur über Angebote. Drei Angebote sagen mehr als jede Tabelle im Netz, denn sie rechnen Ihre Wand, Ihren Untergrund und Ihre Raumhöhe ein. Vergleichen lassen sie sich aber nur, wenn alle drei Betriebe dieselben Arbeiten anbieten. Geben Sie deshalb jedem Betrieb dieselbe Liste mit.
- Die Fläche in Quadratmetern, getrennt nach Wänden und Decken, und die Raumhöhe.
- Den Untergrund: Raufaser, Vliestapete, alter Anstrich, Gipskarton oder Putz, und ob die alte Tapete bleibt.
- Die Vorarbeiten: Abkleben, Abdecken, Spachteln, Schleifen, Grundieren, alte Tapete entfernen.
- Die Farbe mit Namen, Deckkraftklasse und Zahl der Anstriche. Ein Anstrich weniger ist der häufigste stille Unterschied zwischen zwei Angeboten.
- Gerüst oder Hebebühne bei hohen Decken und Treppenhäusern, mit Auf- und Abbau.
- Die Entsorgung von alter Tapete, Abdeckmaterial und Farbresten.
- Messen Sie Ihre Flächen selbst aus. Wer seine eigene Quadratmeterzahl kennt, sieht sofort, ob ein Angebot zu viel Fläche abrechnet.
- Laden Sie drei Betriebe zur Besichtigung ein und geben Sie allen dieselbe Liste der Arbeiten.
- Verlangen Sie das Angebot schriftlich, mit jeder Arbeit, Menge, Preis, Farbe, Mehrwertsteuer und Termin.
- Lassen Sie Arbeitskosten und Material getrennt ausweisen. Nur die Arbeitskosten bringen Ihnen Geld vom Finanzamt.
- Prüfen Sie die Angebote Zeile für Zeile. Fehlt bei einem der zweite Anstrich oder die Grundierung, ist es nicht billiger, sondern unvollständig.
Ein Kostenvoranschlag ist kein fester Preis, kleine Abweichungen sind erlaubt. Wird der Kostenvoranschlag beim Maler deutlich überschritten, muss der Betrieb Ihnen das sofort sagen, und Sie dürfen den Auftrag kündigen. Sicherheit gibt nur ein schriftlicher Festpreis.
Malerkosten von der Steuer absetzen
Lassen Sie in Ihrer eigenen Wohnung oder Ihrem Haus streichen, zieht das Finanzamt 20 Prozent der Arbeitskosten direkt von Ihrer Einkommensteuer ab. Das sind höchstens 1.200 Euro im Jahr. Bei 4.000 Euro Arbeitskosten zahlen Sie also 800 Euro weniger Steuer. Das gilt für Mieter genauso wie für Eigentümer.
Drei Bedingungen müssen stimmen. Absetzen dürfen Sie nur die Arbeitskosten, nicht Farbe, Tapete und Spachtelmasse. Sie brauchen eine Rechnung. Und Sie müssen auf das Konto des Betriebs überweisen, denn bar bezahlte Rechnungen erkennt das Finanzamt nicht an, auch nicht mit Quittung. Leben zwei Alleinstehende zusammen, gibt es die 1.200 Euro für den Haushalt nur einmal.
Vermieter rechnen anders. Sie setzen die Malerkosten für eine vermietete Wohnung vollständig als Ausgaben bei den Mieteinnahmen ab, mit Material. Bekommen Sie für die Arbeiten Fördergeld oder einen verbilligten Kredit, gibt es den Steuerbonus nicht.
Was die Farbe für Ihre Wand kostet
Die Farbe ist meist der kleinere Teil der Rechnung. Dafür ist sie der einzige Posten, den Sie vorher genau ausrechnen können. Hersteller geben an, wie viel Farbe ein Quadratmeter bei einem Anstrich braucht. Für eine bekannte Innenfarbe sind es rund 125 Milliliter auf glatter Wand, für eine andere rund 118 Milliliter. Auf Raufaser und rauem Putz brauchen Sie mehr.
Die Rechnung ist einfach: Fläche mal Zahl der Anstriche mal Verbrauch. 40 Quadratmeter Wand mit zwei Anstrichen und 125 Millilitern je Quadratmeter ergeben 10 Liter. Zwei Anstriche sind beim Wechsel von einer dunklen zu einer hellen Farbe und auf fleckigem Untergrund normal. Wer mit einem rechnet und zwei braucht, zahlt doppelt so viel Farbe.
Im Angebot steht das Material oft als Pauschale. Fragen Sie nach Produktname und Literzahl. Mit dem Farbrechner prüfen Sie in einer Minute, ob die Menge zu Ihrer Fläche passt.
Häufige Fragen
Was kostet eine Stunde beim Maler?
Eine Malerstunde kostet 2026 ohne Mehrwertsteuer 43,57 bis 81,84 Euro, mit Steuer rund 52 bis 97 Euro. Das zeigt eine Musterrechnung des Bundesverbands der Malerbetriebe vom Juni 2026. Im Preis stecken Lohn, Sozialversicherung, Werkstatt, Fahrzeuge, Büro und ein kleiner Gewinn.
Was kostet es, einen Raum von 20 Quadratmetern streichen zu lassen?
Einen festen Preis für einen Raum von 20 Quadratmetern gibt es nicht, weder von den Handwerkskammern noch aus der amtlichen Statistik. Der Preis hängt vom Untergrund, den Vorarbeiten, der Zahl der Anstriche und der Raumhöhe ab. Holen Sie drei Angebote mit derselben Liste der Arbeiten ein, dann kennen Sie den Preis für Ihren Raum.
Wie viel verdient ein Maler pro Stunde mindestens?
Ein gelernter Malergeselle verdient seit dem 1. Juli 2026 mindestens 16,13 Euro brutto in der Stunde. Das regelt eine eigene Verordnung für das Maler- und Lackiererhandwerk. Ungelernte Helfer bekommen mindestens den gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro, ab 2027 sind es 14,60 Euro.
Kann ich Malerarbeiten von der Steuer absetzen?
Ja, für Malerarbeiten in Ihrem eigenen Haushalt zieht das Finanzamt 20 Prozent der Arbeitskosten von der Steuer ab, höchstens 1.200 Euro im Jahr. Farbe und anderes Material zählen nicht. Sie brauchen eine Rechnung und müssen auf das Konto des Betriebs überweisen.
Darf ein Malerbetrieb mehr berechnen, als im Kostenvoranschlag steht?
Ein Malerbetrieb darf vom Kostenvoranschlag etwas abweichen, denn der Voranschlag ist kein fester Preis. Wird es deutlich teurer, muss der Betrieb Ihnen das sofort sagen, und Sie dürfen den Auftrag dann kündigen. Sicherheit gibt nur ein schriftlich vereinbarter Festpreis.
Wie viel Wandfarbe brauche ich für 40 Quadratmeter?
Für 40 Quadratmeter glatte Wand mit zwei Anstrichen brauchen Sie rund 10 Liter Wandfarbe. Gerechnet ist mit 125 Millilitern je Quadratmeter und Anstrich, wie ein Hersteller sie für seine Innenfarbe angibt. Auf Raufaser und rauem Putz brauchen Sie mehr.
