So läuft ein Fassadenanstrich Schritt für Schritt ab
Ein Fassadenanstrich besteht aus mehr Arbeitsschritten als nur zwei Anstrichen. Vor der ersten Farbe reinigt der Maler die Wand, prüft den alten Anstrich und bessert Schäden aus. Erst dann haftet die neue Farbe fest auf der Fassade.
Besichtigung
Der Maler sieht sich die Fassade an, misst die Flächen aus und prüft den alten Anstrich. Danach schreibt er ein Angebot mit allen Arbeiten.
Gerüst
Das Gerüst stellt der Malerbetrieb selbst oder ein Gerüstbauer. Fenster, Pflanzen und Wege werden abgedeckt.
Reinigen
Schmutz, Algen und abfärbende Farbe kommen herunter, oft mit Wasser unter Druck. Danach muss die Wand trocknen.
Prüfen und ausbessern
Der Maler prüft, ob der alte Anstrich hält, und bessert Risse, Löcher und lose Stellen aus.
Grundieren
Eine Grundierung macht die Wand gleichmäßig saugfähig oder festigt sandigen Putz. Ob sie nötig ist, zeigt die Prüfung.
Zwei Anstriche
Zwischen den Anstrichen muss die Farbe trocknen, bei vielen Fassadenfarben etwa 12 Stunden.
Abnahme
Sie gehen die Fassade mit dem Maler ab, solange das Gerüst noch steht. Erst danach wird es abgebaut.
Wie viele Tage die Arbeit dauert, hängt von der Fläche, vom Zustand der Wand und vom Wetter ab. Regnet es, verschiebt sich jeder Schritt, weil die gereinigte Wand erst ganz trocknen muss.
Was der Maler vor dem Fassadenanstrich prüft
Die neue Farbe hält nur so gut wie der Untergrund unter ihr. Die Hersteller von Fassadenfarben verlangen deshalb eine feste, saubere und trockene Wand ohne Algen, Pilze und lose Schichten. Ein guter Malerbetrieb prüft das, bevor er sein Angebot schreibt.
- Wischprobe: Der Maler reibt mit der Hand oder einem dunklen Tuch über die Wand. Bleibt weißer Staub hängen, kreidet der alte Anstrich. Die Farbe ist dann verwittert und färbt ab.
- Klebebandprobe: Ein kräftiges Klebeband wird fest angedrückt und ruckartig abgerissen. Hängt alte Farbe daran, haftet der Anstrich nicht mehr gut.
- Kratzprobe: Mit einem harten Gegenstand zeigt sich, ob der Putz fest ist oder sandet.
- Risse: Haarrisse unter 0,2 Millimeter Breite sitzen meist nur in der Oberfläche des Putzes. Breitere Risse und Risse durch den ganzen Putz brauchen eine eigene Ausbesserung.
- Hohle Stellen: Hohlräume unter dem Putz sieht man nicht. Der Maler findet sie, indem er den Putz mit einem Hammer abklopft oder abreibt.
- Feuchte und Bewuchs: Dunkle, feuchte Stellen und grüner oder schwarzer Belag zeigen, wo an der Fassade lange Wasser steht.
Was die Prüfung ergibt, gehört ins Angebot. Hält der alte Anstrich nicht, muss er vollständig herunter, und das steht dann als eigener Posten in der Liste der Arbeiten. Die Wischprobe können Sie selbst machen, bevor der erste Maler kommt.
Bei welchem Wetter die Fassade gestrichen wird
Fassadenfarben haben feste Grenzen für Temperatur und Feuchte, und sie stehen im technischen Merkblatt jeder Farbe. Für eine Silikonharzfarbe nennt der Hersteller mindestens 5 Grad für Luft und Wand, beim Streichen und solange die Farbe trocknet. Eine Silikatfarbe braucht mindestens 8 Grad, und über 30 Grad soll auch eine Silikonharzfarbe nicht verarbeitet werden. Regenfest ist ein Anstrich bei 23 Grad nach etwa 4 bis 6 Stunden, überstreichbar nach etwa 12 Stunden und durchgetrocknet nach etwa 7 Tagen.
| Regel | Wert | Steht im Merkblatt einer |
|---|---|---|
| Mindesttemperatur für Luft und Wand | 5 Grad | Silikonharzfarbe |
| Mindesttemperatur für Luft und Wand | 8 Grad | Silikatfarbe |
| Höchsttemperatur beim Streichen | 30 Grad | Silikonharzfarbe |
| Regenfest | nach etwa 4 bis 6 Stunden bei 23 Grad | Silikonharz-Hybridfarbe |
| Überstreichbar | nach etwa 12 Stunden | Silikonharz-Hybridfarbe und Silikatfarbe |
| Durchgetrocknet | nach etwa 7 Tagen | Silikonharz-Hybridfarbe |
Dazu kommen Regeln ohne feste Zahl. Nicht gestrichen wird in direkter Sonne, auf aufgeheizten Wänden, bei starkem Wind und bei Regen. Bis die Farbe ganz trocken ist, braucht sie Schutz vor Regen, Nebel und Frost. Im Frühjahr und im Herbst zählt deshalb auch die Nacht nach dem Streichen, weil die Temperaturgrenze gilt, bis die Farbe getrocknet ist.
Welche Fassadenfarbe zu Ihrer Wand passt
Für Fassaden gibt es drei große Gruppen von Farben. Silikatfarbe passt auf mineralischen Putz, Beton und Kalksandstein und lässt Feuchtigkeit gut aus der Wand. Silikonharzfarbe hält auf fast jedem Untergrund, auch auf festen alten Anstrichen und auf gedämmten Fassaden. Dispersionsfarbe auf Kunststoffbasis weist Regen gut ab, lässt aber weniger Feuchtigkeit aus der Wand hinaus.
Welche davon zu Ihrem Haus passt, entscheidet der Untergrund, nicht der Preis im Baumarkt. Wie sich die drei Farben unterscheiden und was die Werte im Merkblatt bedeuten, steht im Vergleich Silikonharz, Silikat oder Dispersion.
Was ein Fassadenanstrich kostet und was Sie zurückbekommen
Den Preis setzt der Malerbetrieb aus Arbeitszeit, Farbe und Gerüst zusammen. Der Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz ist der Verband der Malerbetriebe. Nach seiner Musterrechnung vom Juni 2026 braucht ein Betrieb je Arbeitsstunde 43,57 bis 81,84 Euro, um seine Kosten zu decken. Auf Ihrer Rechnung kommen 19 Prozent Mehrwertsteuer dazu.
Die Farbe für zwei Anstriche kostet im Baumarkt 1,94 bis 3,07 Euro je Quadratmeter Wand. Ein Gerüst gehört bis 3,50 Meter Arbeitshöhe zum Auftrag. An einer Fassade wird es fast immer höher und steht dann als eigener Posten im Angebot.
Wohnen Sie selbst im Haus, zieht das Finanzamt 20 Prozent der Arbeitskosten von Ihrer Einkommensteuer ab, höchstens 1.200 Euro im Jahr. Dafür brauchen Sie eine Rechnung und müssen auf das Konto des Betriebs überweisen. Für Arbeiten, die mit einem Förderkredit oder Zuschuss bezahlt werden, gibt es den Abzug nicht.
Wie sich Arbeit, Farbe und Gerüst zu einem Preis für Ihr Haus addieren, steht bei den Kosten für einen Fassadenanstrich pro Quadratmeter.
So finden und prüfen Sie einen Malerbetrieb für die Fassade
Die Malerbetriebe in diesem Portal stammen aus OpenStreetMap, einer freien Weltkarte, die Freiwillige pflegen. Ob ein Betrieb in der Handwerksrolle steht, einen Meister hat oder gut arbeitet, prüft das Portal nicht. Das prüfen Sie am besten selbst.
Ein Malerbetrieb muss bei der Handwerkskammer eingetragen sein. Als Nachweis stellt ihm die Kammer eine Handwerkskarte aus. Fragen Sie bei der Besichtigung danach, oder erkundigen Sie sich bei der Handwerkskammer Ihrer Region.
- Holen Sie drei Angebote ein und geben Sie allen Betrieben dieselbe Liste der Arbeiten.
- Lassen Sie jede Arbeit einzeln aufführen, also Gerüst, Reinigung, Ausbessern, Grundierung und beide Anstriche.
- Lassen Sie die Farbe mit Produktnamen nennen. Dann können Sie das technische Merkblatt selbst lesen.
- Fragen Sie, wer das Gerüst stellt und wie lange es stehen soll.
- Lassen Sie Arbeitskosten und Material getrennt ausweisen, denn nur die Arbeitskosten bringen Ihnen Geld vom Finanzamt.
Den Fassadenanstrich abnehmen, solange das Gerüst steht
Mit der Abnahme sagen Sie dem Maler, dass die Arbeit im Großen und Ganzen in Ordnung ist. Machen Sie das, bevor das Gerüst abgebaut wird. Nur vom Gerüst aus sehen Sie die oberen Flächen aus der Nähe, und was Sie jetzt aufschreiben, muss der Betrieb nachbessern.
- Ist die Farbe überall gleichmäßig deckend, ohne Flecken und Streifen?
- Sind Fenster, Fensterbänke, Klinker und Wege sauber und frei von Farbspritzern?
- Sind alle Risse und Schäden ausgebessert, die im Angebot standen?
- Haben Sie Restfarbe und den Namen der Farbe für spätere Ausbesserungen bekommen?
Eine kleine Ausbesserung mitten in der Fläche sieht man fast immer, selbst mit der Originalfarbe. Die Hersteller nennen solche Abzeichnungen in ihren Merkblättern unvermeidbar. Große Flächen streicht der Maler deshalb in einem Zug, nass in nass.
Häufige Fragen
Bei welcher Temperatur darf eine Fassade gestrichen werden?
Eine Fassade darf gestrichen werden, wenn Luft und Wand mindestens 5 Grad warm sind, bei Silikatfarbe mindestens 8 Grad. Die Grenze gilt auch, solange die Farbe trocknet. Eine Silikonharzfarbe darf laut Merkblatt bei höchstens 30 Grad verarbeitet werden.
Wie lange muss neuer Putz trocknen, bevor die Fassade gestrichen wird?
Neuer Putz muss vor dem Fassadenanstrich je nach Jahreszeit 2 bis 4 Wochen stehen. Kalkputz und Leichtputz brauchen mindestens 4 Wochen. So steht es im Merkblatt einer Silikatfarbe, und bei kühlem, feuchtem Wetter dauert es länger.
Wie lange dauert es, bis ein Fassadenanstrich regenfest ist?
Ein Fassadenanstrich ist bei 23 Grad nach etwa 4 bis 6 Stunden regenfest, so das Merkblatt einer Fassadenfarbe. Bei Kälte und feuchter Luft dauert es länger. Durchgetrocknet ist die Farbe erst nach etwa 7 Tagen.
Wie viele Anstriche braucht eine Fassade?
Eine Fassade braucht in der Regel zwei Anstriche, je nach Untergrund mit einer Grundierung davor. Die Hersteller empfehlen zwei Anstriche, bei Farben mit Algenschutz ausdrücklich mindestens zwei. Ein Angebot mit nur einem Anstrich lässt sich deshalb nicht mit den anderen vergleichen.
Kann ich den Fassadenanstrich von der Steuer absetzen?
Ja, für den Fassadenanstrich am selbst bewohnten Haus zieht das Finanzamt 20 Prozent der Arbeitskosten von der Steuer ab, höchstens 1.200 Euro im Jahr. Die Farbe zählt nicht dazu. Sie brauchen eine Rechnung und müssen auf das Konto des Betriebs überweisen.
